Herz und Hirn: Körperliche Fitness hält das Gehirn jung

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Kampf gegen Alzheimer & Demenz: Herz- und Hirngesundheit im Fokus 

WissenschafterInnen der Med Uni Graz fanden deutliche Hinweise darauf, dass körperliche Fitness älterer Personen deren Gehirnfunktion positiv beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein höheres Fitnessniveau mit besseren globalen kognitiven ( umfassend denken Anmerkung d. Red.) Fähigkeiten in Zusammenhang gebracht werden kann. Insbesondere erzielten fitte StudienteilnehmerInnen bessere Resultate in den kognitiven Domänen Gedächtnis, exekutive Funktion und motorische Fähigkeiten. Der breite positive Effekt von Fitness auf die kognitiven Funktionen des Gehirns war unabhängig vom Alter und Geschlecht zu beobachten, wurde allerdings bei Übergewichtigen abgeschwächt.

Körperliche Fitness: Hohes Fitnessniveau kann Alterungsprozesse des Gehirns verlangsamen 

„Jene TeilnehmerInnen, die im Rahmen der Untersuchung das höchste Fitnesslevel aufwiesen, befinden sich in Hinblick auf kognitive Funktionen des Gehirns in einem Zustand, der dem von bis zu 7 Jahre jüngeren Personen gleicht“, verdeutlicht Helena Schmidt die Erkenntnisse der Studie. Ältere Menschen, die sehr fit sind, haben demnach ein „jüngeres“ Gehirn im Vergleich zu jenen Gleichaltrigen, deren Fitnessniveau niedrig ist. „Angesichts der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung sich von 0,5% bei den 65-Jährigen, auf 6-8% bei den 85-Jährigen erhöht, sich also praktisch alle 5 Jahre verdoppelt, ist die Wirkung von Fitness auf die Gehirnalterung als klinisch relevant einzustufen. Es ist daher von enormer Wichtigkeit, dass wir den Zusammenhang zwischen der Herz- und Hirngesundheit besser verstehen“, betont Helena Schmidt. Wichtige Fragen wie: „Über welche Mechanismen beeinflusst Fitness die kognitive Fähigkeiten im Alter? bzw. Ist es möglich durch ein verstärktes Training zur Steigerung der Herzgesundheit eine bessere Gehirngesundheit in jedem Alter zu erreichen?“ können wir derzeit noch nicht beantworten. Auch wenn Fitnesstraining eine bessere Gehirngesundheit vielleicht nicht garantieren kann, so kann man mit körperlicher Fitness positive Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden erreichen. „Regelmäßige Bewegung sollte daher unbedingt angestrebt werden“, fasst Helena Schmidt zusammen. Die Studie, die in der Grazer Bevölkerung durchgeführt wurde, wurde am 6.Jänner 2016 in der online Ausgabe der Zeitschrift Neurology, dem wissenschaftlichen Journal der American Academy of Neurology, publiziert. Unterstützt wurde die Forschung der Med Uni Graz vom Wissenschaftsfonds, der Österreichischen Nationalbank, dem PhD Program der Med Uni Graz und dem Land Steiermark.

Univ.-Prof.in DDr.in Helena Schmidt
Medizinische Universität Graz